"Besseres Hören durch Inklusion"
Der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB) lud zu seiner 4. und letzten infoveranstaltung 2026
nach Halle ein, welche er gemeinsam mit dem Uniklinikum Halle organisierte.
Die anderen drei Veranstaltungen fanden in den alten Bundesländern statt und waren daher für uns etwas weit weg ...
Hier in Halle war es für uns nahe und wir nutzten die Chance zum Erhalt von Informationen.
Die Themen waren weit gefächert und reichten von modernen Therapiemöglichkeiten über Auracast
und Buchvorstellungen bis hin zur 125-jährigen
Schwerhörigenbewegung.
Nach der Eröffnung durch Dr. Matthias Müller, Präsident des DSB, und den Grußworten der
Beigeordneten für Kultur und Sport und dem
örtlichen Behindertenbeauftragten ging es gleich zum
ersten medizinischen Thema.
Prof. Stefan Plontke sprach über
Medikamentöse und operative Therapiemöglichkeiten der Schwerhörigkeit
einschließlich aktueller Studien.
Thema waren die sensorineurale Schwerhörigkeit, wo unlängst bei einem bestimmten Gendefekt mit einer Gentherapie
eine Lösungsmöglichkeit aufgezeigt wurde.
Ein weiteres Thema war der Hörsturz, dessen Ursachen und möglichen Therapiemöglichkeiten beleuchtet wurden.
Den nächsten Part übernahm dann Prof. Torsten Rahne, er sprach über Hören mit Implantaten.
Es folgte der Vortrag von der Firma GN ReSound -
Besser hören durch Innovation - KI und Auracast in deren Hörsystemen.
Hr. Fischer stellte die technischen Möglichkeiten der modernen Hörgeräte vor und verwies auch auf die Zusammenarbeit mit Cochlear.
Nach einer ersten Pause referierte Prof. Hoch von der Median-Kaiserberg-Klinik in Bad Nauheim über
Stationäre Rehabilitation bei Schwerhörigkeit.
Er stellte die möglichen Therapie-Angebote vor und erlaäuterte den Zugang zu den einzelnen Behandlungen. Ziel sollte es sein, eine
ganzheitliche Patientenbetrachtung in der Rehabilitation zu erreichen.
Danach folgte ein interessanter Vortrag -
Auracast, gehalten von Hr. Holtmeyer von der Firma AudioPro.
Mit Bluetooth ist ja immer nur eine Verbindung zwischen zwei Geräten möglich,
während Auracast von einem Sender an beliebig viele Empfänger gestreamt werden kann. Er stellte auch das System
AURI vor,
dieses konnten wir sinnigerweise auch praktisch testen, denn neben der normalen induktiven Ringschleife war auch ein AURI-Sender nebst Empfängern verfügbar.
Frau Bayer von der Firma MED-EL sprach dann über
Vernetztes Hören, Musik und Lebensqualität und stellte die aktuellen Apps zum
"Hören-Lernen" vor. Sie stellte auch die aktuellen Entwicklungen von MED-EL dar und gab hilfreiche Empfehlungen für weitergehende Informationen.
Stefan Drey gab dann eine kleine literarische Kostprobe aus seinem Buch "Unsichtbar behindert" und zeigte damit,
wie schwer es in den früheren Jahren mit der eigenen Schwerhörigkeit war, im Leben zurecht zu kommen.
Zu guter Letzt sprach Dr. Matthias Müller über die 125-jährige Schwerhörigenbewegung und über die Ausstellung,
die der DSB darüber gestaltet hatte.
Zum anderen verwies er auf die große Jubiläumsveranstaltung in Berlin,
welche gemeinsam mit der DCIG organisiert wird.
Den Abschluss des Tages bildete eine kleine Podiumsdiskussion, bei der gezielte Fragen zu den dargebotenen Vorträgen gestellt wurden
und direkt von den Referenten beantwortet wurden.
Alles in Allem war es eine gelungene Infoveranstaltung, und wir können einiges in unseren nächsten SHG-Treffen publik machen.
Text und Bilder: Antje und Uwe Noack
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